Regest: Die Direktion des Königlichen Nationaltheaters achte das Talent des Musikdirektors Weber, durch dessen Eifer, Genie und Führung das Orchester des Nationaltheaters dahin gebracht wurde, mehrere musikalische Werke erster Bedeutung zur Zufriedenheit und Achtung der Kenner aufzuführen. Musikdirektor Weber werde mit dieser Energie und Sorgfalt fortfahren. Auf Grund der Umstände, die das neue Haus eröffnen, werde es folgende Veränderungen im Orchester geben: Der erste Violinist Kunisch, dessen sorgsames, bescheidenes und sittliches Benehmen sowie seine Dienstbeflissenheit Anerkennung verdienen, wird mit dem wieder eingestellten Violinist Pregel abwechseln. Nach diesen folgen die neu eingestellten Violinisten Perrier, Humrich, Reichel und ein noch zu erwartender. Bei der zweiten Violine folgen die Herren Lagus, Labes, Bracker, Kornthal, Gutkäs, Hoffmann, Gareis. Das Kontrafagott soll Herr Herrmann übernehmen. Herr Zander soll zurück zum zweiten Fagott gehen. Herr Keller wird für den Kontrabass, Herr Neßler für das Violoncello angestellt. Herr Bender soll die Stelle des zweiten Hautboisten erhalten, denn der oft kranke Herrn Flaschka ist dieser Stelle nicht mehr gewachsen und wird dem König zur Pension vorgeschlagen. Herr Westenholz kann das Orchester nicht verlassen, abgesehen vom Dienst in der Königlichen Kapelle. – Die Fortschritte des Orchesters erlauben es, weniger Proben durchzuführen, so dass die Mitglieder sich mehr Muße verschaffen können. Da das Orchester jedoch für die Schauspiele ein nicht zu vernachlässigender Gegenstand ist, setzt die Direktion folgende Anordnung fest: Die Musik zu den Schauspielen wird künftig auch außer den Tagen, an denen das Orchester gefordert wird, besetzt sein: 1. Acht bis zehn Violinen. 2. Eine Bratsche. 3. Zwei Kontrabassisten. 4. Zwei Violoncellos. 5. Herr Grübel darf im Wechsel jemanden schicken, muss es aber bestätigen lassen. 6. Das zweite Fagott wird mit den Herren Zander und Herrmann wechseln. 7. Die Herren Krautsch und Bode wechseln mit den Herren Lehmann und Richter. 8. Die Klarinette soll mit Herrn Bliesener oder Reichel abwechseln. 9. Die Direktion wünscht, dass die Herren König und Linde Schüler erhalten, die nach Prüfung sich abwechseln. 10. Es wird künftig keine Symphonien gegeben, welche vorher nicht geprobt wurde. 11. Nach dem Schluss jedes Schauspiels wird eine kurze Musik gegeben. Die Direktion wird sich bemühen, für diese Verlängerung des Dienstes dem Orchester alles Angenehme zu erweisen. 12. Die Musik zu jedem Schauspiel bleibt dieselbe, die einmal ausgewählt wurde und wird deshalb in ein Buch eingetragen. Nähere Angaben zum Orchester und den Proben finden sich in den allgemeinen Theatergesetzen, die dem Orchester mitgeteilt werden.

Zitierhinweis

Iffland, August Wilhelm: Über die Neuorganisation des Orchesters des Berliner Königlichen Nationaltheaters. Berlin, 18. Dezember 1801. Freitag (Regest). In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 9 vom 10.12.2019. URL: https://iffland.bbaw.de/v9/A0003580


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