| 1Auf das Schreiben des Herrn Klempner-Meister Röl vom 9ten December ertheilt die Direktion demselben zur Resolution, daß bei den vermehrten Ausgaben, welche das neue Schauspielhaus veranlassen wird, es die erste Pflicht der Direktion seyn müsse, alle Ausgaben mit der möglichsten Ersparniß zu bewirken. Der bedeutendste und kostbarste Gegenstand ist ohnstreitig die Beleuchtung, und da die Idee, welche die Direktion nach der reiflichsten Erwägung aller Umstände in Betreff der Administration derselben, der Material-Berechnung und der Kosten selbst, die dafür ausgesezt werden können, angenommen und Herrn Röl verschiedentlich mitgetheilt hat, nicht dessen Zustimmung erhielten, Selbiger auch eine feste Erklärung zu geben, was an Gehalt für sämtliche mit der Beleuchtungs-Administration verbundene Geschäfte für seine Person mit Inbegriff aller Reparaturen der sämmtlichen beleuchtungs-Utensilien Ihm ausgesezt werden solle, Anstand genommen vielmehr diese Art der Ansetzung, die doch allen bei einem Theater, das täglich Vorstellungen von sehr verschiedenen Umfange in Ansehung der jedesmaligen erforderlichen Beleuchtung zu geben hat, möglich und zweckmäßig ist, nicht convenable gefunden: so hat die Direktion sich anderweitig nach einem Sachverständigen Klempner-Meister umzusehen für nöthig erachtet, mit dem sie nunmehr auch bereits über sämmtliche Bedingungen sich vereiniget hat. Da der Herr Klempner- | 2Meister Röl überdieß die Besorgung der Beleuchtung bei der großen Oper versieht, seine Gegenwart aber niemals im Schauspielhause ohne bedeutenden Nachtheil entbehrt werden könnte, ein oder das andere Theater aber doch in der CarnevalZeit nochtwendiger-Weise von Selbigem hintenangesezt werden müßte: so findet die Direktion es auch deshalb für beide Theile wohl gerathen, wen sie Anstand nimmt von der Geschicklichkeit in den Diensten des Herrn Röl für die Administration der Beleuchtung im neuen Schauspielhaus Gebrauch zu machen. Die von Herrn p Röl eingereichten ProbeLampe zum Transparent hat den Beifall des Herrn Decorateur Verona erhalten. Die Direktion wünscht demnach, daß Herr Röl Einhundert Stück derselben überhaupt bis zum 27ten December anfertigen möge, jedoch glaubt sie daß an dem geforderten Preis a Einen Thaler pro Stück 8 groschen von Selbigem nachgelassen werden können, worüber sie zuvor dessen Erklärung erwartet.

General-Direktion des Königlichen NationalTheaters. Iffland

Zitierhinweis

An F. S. H. Röhl. Berlin, 15. Dezember 1801. Dienstag. In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 13 vom 17.06.2022. URL: https://iffland.bbaw.de/v13/A0009716


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