| 1Isonders HochzuEhrender Herr Director.

Sie werden verzeihen das ich Ihnen mit meinem Schreiben incommodire, die Veranlaßung deßelben ist diese. Da ich von Herrn Geheimrat Langhans und in beysein des Herrn OberBaurath Moser verwichenen Sontag den 6 Decembris bin vorgeladen worden, worin Sie mir aufgetragen haben diejenigen Lampen, welche noch in Arbeit seyn abzuliefern, dieweil alle daßjenige, was zur Illumination gehört, übergeben werden soll, zugleich machte mir auch der Herr Geheimerath bekant, das Herr Director sich in ein Schreiben geäußert haben, das mit mir über der Bearbeitung der Illumination unterschiedenmahlen Verabredungen seyn unternommen worden, wobey ich aber unbüllige Vorderungen gemnacht hätte, welche in einigen tausend Thaler belauffen sollten, dieses zu hören war mir entsetzlich auffallent, da ich so wenig von einer Vorderung, als von einer Unterredung was weis, was ich mir erinnern kan mit jemand gesprochen zu haben, das ist 2 Mahl mit Herrn Pauli, das erst mahl im neunen Haus, in der Küche, da ich so eben mit der Illumination zum CronenLeuchter beschäftiget war, wo ich Herrn Pauli über einige Artikel von den Lampen nachricht ertheilte und ich Ihnen noch eige Sachen vorgeschlagen welche zur Illumination erforderlich seyn, auch eröffnete mir Herr Paul, das Sie einen Plan für die Illumination entworfen hätten, welchen Sie mir gelegenlich vorzeigen wolten, welchen ich aber noch nicht gesehen, das zweitemahl das ich mit Herrn Pauly gesprochen habe, begegneten wir uns im 2ten Vestebül wo Herr Pauli sogleich die Frage an mich machte, was ich wohl jährlich haben wollte, für die Bearbeitung der Illumination, auf die unerwartete Frage war ich nicht vorbereitet, ich antwortete hierauf, ich wiße ja nicht was Sie für eine einrichtung mit dem öhl machen wollen, den es komt hauptsächlich auf die Bearbeitung des öhls an, die Illumination in guten stand zu erhalten oder sie in kurtzen zu verschlechtern, und antwortete zugleich, da die Illumination in der Folge von mir würde gefordert werden, würde man es mir zur Last legen, wan sie das nicht leiste, was man mit recht von sie fordern kan,

| 2Der Herr Director werden hieraus Schließen können, da noch keine gründliche Verabredung statt gefunden hat, ich auch keine Forderung habe machen können, da ich überzeugt bin das der Herr Director der neuen Beleuchtung Ihren volkommenen Beifal geschenkt haben, ich auch gutte und dauerhaffte Arbeit dazu geliefert habe, um so vielo mehr würde es mir nahe gehen, diese Beleuchtung in unerfahrene und träge Hände zu sehen, und durch Vernachläßigung derselben, die unbrauchbarkeit unvermeidlich ist,

In der Erwartung das der Herr Director mich hierauf eine Antwort würdigen, verbleibe ich mit aller Hochachtung

Dero
Bereitwilliger
F. S. H. Röhl
Klempner-Meister

Berlin d 9 Dec.
1801

Zitierhinweis

Von F. S. H. Röhl. Berlin, 9. Dezember 1801.. In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 13 vom 17.06.2022. URL: https://iffland.bbaw.de/v13/A0009714


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