Regest: In den letzten drei Dezennien hätte sich das Schicksal oder die Glücksgöttin unter den lebenden Mitgliedern der Bühne gegen keinen launiger verhalten als gegen G. Schon im Revolutionskrieg habe G. zwei Geschwister verloren, die anderen Geschwister und Verwandten seien arm geworden und würden mit dem Mangel kämpfen. Ein Bruder sei Proviantmeister in Südpreußen gewesen und habe jetzt alles verloren- Die hiesigen Zustände ließen sich nicht mit Worten schildern. Der Tod und das Elend seien alltäglich, bis auf das Leben habe G. alles verloren. Der Unternehmer der Danziger Bühne sei zahlungsunfähig, ein Justizkommissar lasse in dem halbzerstörten Haus nur noch Operetten geben. G. sei entschlossen, zu dem Prinzen Hieronymus zu gehen. I. möge G. helfen und ihn an einer Bühne am Rhein oder in Stuttgart unterbringen. - G. habe seinen Bruder gebeten, an I. seine Briefe zu senden. G. reise am 17. aus Danzig ab. Südpreußen und Schlesien scheinen verloren zu sein.

Zitierhinweis

Von Christoph Sigismund Grüner. Danzig, 6. Juli 1807. Montag (Regest). In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 10 vom 28.08.2020. URL: https://iffland.bbaw.de/v10/A0008813


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