Regest: Wie P. wisse, hege V. Interesse für das Theater. V. scheine, dass wegen der Zeitumstände das Theater leiden werde, wenn es nicht wie in London oder Paris aus ihm Nutzen zu ziehen versuche. So würden jetzt Stücke, die sonst keinen spekulativen Wert hätten, nützlich sein. Z. B. Goldonis Der Krieg, Der große Kurfürst vor Rathenau, Die Eroberung von Magdeburg. Auch sei es vorteilhaft, wenn durch unsere Truppen erfochtene Siege gefeiert würden. Das würde anziehend sein. Dazu eigne sich ein allegorisches Stück mit Tänzen und Chören: Tassilos Traum betitelt, wo Bellona auf der Stammburg der Hohenzollern dem Ahnherrn die künftigen Taten seines Enkelvolks zeige. Es folgen weitere Ausführungen. P. möge, wenn er die Idee für gut befinde, sie Iffland vortragen. Es sei nicht zwingend, dass V. dieses Stück ausführe, jedoch stehe er zur Verfügung, wenn es gewünscht werde. V. habe beim Theater wenig Glück, was wohl an seiner Rezensionstätigkeit liege. V. gebe sein Ehrenwort, dass er weder die Rezension zur ersten Vorstellung von Armide noch zu Wallensteins Lager geschrieben habe. Iffland habe ihm deswegen zwei empfindliche Briefe geschrieben. V. werde aber übermorgen den Theaterartikel über das höchstinteressante neue Stück von Iffland schreiben. P. möge V. deshalb das Soufflierbuch des Stückes schicken.

Zitierhinweis

Von Julius von Voß an Michael Rudolph Pauly. Berlin, 28. November 1805. Donnerstag (Regest). In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 12 vom 20.08.2021. URL: https://iffland.bbaw.de/v12/A0008536


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