Regest: S. hoffe, dass I. die Oper Die Uniform und den Hoftheaterkalender für kommendes Jahr bekommen habe. Von Arnstein komme ein Wechsel über 8 Dukaten. 6 Dukaten bekomme S. für die Monate Juli bis November, 2 Dukaten für Auslagen. - Auf den Hoftheatern habe es im Oktober folgende Neuheiten gegeben: 4.: Friedrich von Österreich von Hormayr, Verfasser der Schrift: Wer ist der angreifende Theil, Österreich oder Frankreich. Das Stück sei ein historisches Gemälde und habe gefallen. Lange und Koch seien herausragend gewesen. - 15.: Das Mädchen aus Sibirien, von dem Verfasser des Stücks Der Korb. Das neue Stück habe keinen Erfolg gehabt und sei nur wenige Male gegeben worden. 23. Il Podesta di Chioggia. Die komische Oper von Orlandini habe nicht gefallen. Überhaupt scheine die italienische Oper die Zeiten ihres ehemaligen Glanzes verloren zu haben. 26.: Die Gartenmauer, Lustpiel von Sonnleithner. Die Idee des Stücks, das ein paar artige Szenen habe, sei nicht neu. - Im Theater an der Wien: 12.: Minna und Peru, Oper von Schikaneder. Das Stück sei nur einmal aufgeführt worden. Schikaneders Produkte hätten so ziemlich alle das Schicksal, in die alte Rüstkammer zur Ruhe verwiesen und als seltene Aktenstücke aufbewahrt zu werden. Das seien alle Neuigkeiten. Palmer gefalle weiterhin. Die Einnahme seien auf der Wieden schlecht und die Oberdirektion mit Schikaneder unzufrieden, die Spannung sei aufs Höchste gestiegen. Auslassungen über die Verwaltung und Ökonomie des Theaters an der Wien. - Leopoldstädtisches Theater: 4.: Martin Metz, Schlossergell von Wien. Das Stück habe wegen seiner Lokalität und wegen des Patriotismus gefallen. - 14.: Der Wachtmeister habe missfallen. - 23.: Antiope und Telemach. Der Verfasser habe es nur auf das österreichische Publikum abgesehen. I. sehe, dass das Wiener Theater brachliege. S. habe die Aufführung von Kotzebues Die Organe des Gehirns im Hoftheater vergessen. Man sagt, dass man kein Feind Kotzebues seien dürfe, wenn er seine Freunde so schlecht behandle. Kotzebue soll noch vor Kurzem ein Lobredner von Gall gewesen sein. Das Stück habe gefallen, Koch habe gut gespielt. Klingemanns Reise nach München, Stuttgart und Frankfurt dürfte bei den jetzigen Ereignissen nicht ergiebig werden. Ziegler habe die Regie aufgegeben. Brockmanns Resignation mache bei der Direktion Sensation. Die österreichische Armee habe bei Ulm ein unglückliches Schicksal erfahren. Man baue nun auf die Russen und Preußen.

Zitierhinweis

Von Friedrich Karl Sannens. Wien, 4. November 1805. Montag (Regest). In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 10 vom 28.08.2020. URL: https://iffland.bbaw.de/v10/A0008519


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