Regest: S. dankt für I.s Brief vom 12. Juli, den er erst nach seiner Rückkehr von Ungarn, wohin er mit dem Charakterschauspieler Krüger gereist sei, erhalten habe. Sie hätten beide dort mit viel Vergnügen gespielt. I.s Wunsch, von  Identifizierung der Person unsicherTrübensee, Musiker der Kapelle des Fürsten  Identifizierung der Person unsicherLichtenstein, die Oper Die Uniform zu kaufen, wolle er erfüllen. Die Oper komme mit dem nächsten Postwagen. S. habe auch einen Brief von Jacobi erhalten, der um Rechnungen nachfragt und sich zu Bezahlungsmodalitäten äußert. Über die Schwierigkeiten der verschiedenen Währungen. - Folgende Neuheiten seien an beiden Hoftheatern im Juli aufgeführt worden: 22.: Die Wilden, Oper von Sonnleithner, Musik von Dalayrac. Die Oper habe trotz des guten Spiels der Eigensatz nicht gefallen. - 25.: Zaire, heroische Oper, Musik von Federici. Die berühmte Sängerin Madame Bertinotti sei engagiert worden. Braun habe sie auf seiner Reise in Bologna engagiert. Bertinotti habe nicht gefallen. - 29.: La virtù premiata dell'amore, ein Schauspiel mit Gesang nach der Pamela des Goldoni, habe keine günstige Aufnahme gefunden. 30.: Die Oper Die Tage der Gefahr sei unter dem Dirigat von Cherubini persönlich aufgeführt. Cherubini sei mit lärmendem Beifall empfangen worden und die Oper habe gefallen. Braun habe Cherubini aus Paris mitgebracht, er solle zwei Opern schreiben. Braun soll Schauspieler aus Paris engagiert haben, auch die Tänzerin Madame Coralli und ihren Mann. Außerdem seien Pantomimen und Gladiatoren engagiert worden, welche sich in einem Kampfspiel im Zirkus (im Ballett Vologesus) zeigen werden. Sogar ein Bauchredner sei aufgenommen worden. Den Feuerfesten Mann aus Paris und den Wassertreter habe man leider nicht bekommen können. - Am 27. sei Braun angekommen. Die Einnahmen im Palais seien schlecht gewesen, mit Ausnahme der Opern Die Tage der Gefahr und Die gebesserte Eigensinnige. - Herr und Madame Coralli hätten mehr Gehalt als fünfzehn brauchbare Schauspieler. Bis auf Lange, der noch in Graz sei, seien nun alle Schauspieler zurück. Herr Koch und Madame Roose seien in Salzburg, Weidmann in Brünn gewesen. - Theater an der Wien, Juli: 3.: Swetards Zaubertal sei wegen der Dekorationen und dem Spektakel gut aufgenommen worden. - 6.: Der Bettelstudent mit Weidmann in der Hauptrolle. 9.: Der Kobold, wieder mit Weidmann. 29.: Theophana, ein Trauerspiel. Schikaneder befinde sich mit seiner Direktion wohl. Im Theater des Karl Hensler sei außer ein paar Pantomimen nur ein neues Singspiel gegeben worden: Die Berggeister. Das Werk habe nicht gefallen, man habe inzwischen schon so viele Geister gesehen. Das Lustspiel Diesmal meint er es so von Sonnleithner schicke S. mit der Oper. Am 7. und 8. Juli habe sich eine schreckliche Szene ereignet: Wegen der steigenden Lebensmittelpreise habe am 7. eine Menge Volk einen Bäckerladen gestürmt und Brot, Mehl, Semmeln, Möbel und Betten auf die Gasse geworfen. Daraufhin habe das Militär eingegriffen. Es habe 13 Tote und Hunderte Verletzte gegeben.

Zitierhinweis

Von Friedrich Karl Sannens. Wien, 2. August 1805. Freitag (Regest). In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 10 vom 28.08.2020. URL: https://iffland.bbaw.de/v10/A0008514


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