Regest: Es liege etwas Besonderes und Trauriges, ja Grausames in der Verfahrensart, dass man in den Geschäften oder in den Diensten, wohin einen das Schicksal bestimmt habe, seine jugendlichen Kräfte aufopfere und dass man im Alter nicht mehr geachtet werde und einem nur so wenig zukomme, dass man kümmerlich das Leben fristen könne, ohne zu bedenken, dass der alte Körper, nachdem die Kräfte der Natur erschöpft sind, immer stärker behindert sei und man zu Kunst- und Stärkungsmitteln zurückgreifen müsse, um sein Leben noch einige Jahre fristen zu können. Der Gelehrte Dionys und der Held Belisar haben im hohen Alter auch ihr Brot erbetteln müssen.

Zitierhinweis

Von Joh. Gottl. Grimme. Berlin, nach 20. Dezember 1796 (Regest). In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 10 vom 28.08.2020. URL: https://iffland.bbaw.de/v10/A0007289


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