Regest: S. ist wegen des Eigennutzes und des Misstrauens von Bierey entschieden dagegen, dass dieser mit der Vertonung von S.s Bettler von Schiras betraut wird. Bierey glaube nicht an den Auftrag von Seiten des Königl. Nationaltheaters, verlange eine schriftliche Bestätigung und fordere das gesamte Honorar von 20 Louis d'or für sich. S. schlägt nun vor, dass I. das Stück für 12 Louis d'or erwirbt und es einem beliebigen Komponisten anvertraut. Nur so könne das Stück angemessen honoriert werden. S. erinnert daran, dass Himmel den Text bei ihm zur Vertonung bestellt habe, dann aber nach der Besetzung Berlins durch die Franzosen die Vertonung und das vereinbarte Honorar verweigert habe. Bei dieser Gelegenheit ruft S. seine Komödie Der Eilfertige ins Gedächtnis, die vor langer Zeit vom Nationaltheater erworben, aber bisher nicht aufgeführt worden sei. Alles was er sich seit Jahren zur Theorie des Lustspiels angeeignet habe, sei hier eingeflossen. Auch wenn das Risiko eines Scheiterns bestehe - I. habe sich in der Vergangenheit ja bereits in der Wahl seiner Stücke vergriffen und werde dies auch in Zukunft als fehlbarer Mensch tun; und ein Misserfolg hätte immerhin den Effekt, dass er aufhöre, Stücke zu schreiben.

Zitierhinweis

Von Georg Ludwig Peter Sievers. Braunschweig, 20. März 1812. Freitag (Regest). Bearb. v. Markus Bernauer. In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 8 vom 29.04.2019. URL: https://iffland.bbaw.de/v8/A0006169


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