Regest: V. hat seit acht Monaten versäumt, ein umgearbeitetes Lustspiel abzuliefern. Sein einstmals auf Aufforderung eingereichtes Lustspiel Der falsche Bräutigam hätte er um das Motiv der vollzogenen Heirat beschneiden müssen, die aber eben das Neue des Stücks ist. V. glaubte daher nicht an den Erfolg der Umarbeitung, brauche aber das Geld. So beschloss er, statt des nicht umzuarbeitenden Stücks ein neues zu schreiben, das mehr Erfolg verspricht. Da aber von sechs Stücken kaum eines zur Aufführung gelangt, nahm er sich vor, sechs Stücke zu schreiben. Die Stücke sind fertig und zur Abschrift gebracht. Den Anfang macht Mustapha Bairacktar, das zweite Stück folgt in einigen Tagen usw., das umgearbeitete Lustspiel als letztes. Mustapha Bairacktar sei ihm besonders wichtig, er hätte gerne noch lange daran gearbeitet. Der Stoff ist aus der jüngeren Vergangenheit genommen, nicht der Zeit nach fern, aber der Sitte, und tragisch wie antike Stoffe. Erwähnung des Kapellmeisters Weber. V. bittet, das Stück der Behörde vorzulegen. Der Brief behandelt außerdem die Honorarfrage, verknüpft mit dem Problem der Geldentwertung in der jüngsten Zeit.

Zitierhinweis

Von Julius von Voß. Berlin, 12. Februar 1812. Mittwoch (Regest). Bearb. v. Markus Bernauer. In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 8 vom 29.04.2019. URL: https://iffland.bbaw.de/v8/A0006117


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