Regest: R. schickt I. zur Aufführung am Nationaltheater 3 Stücke. Die große Oper David mit der Musik von Sutor, ein Melodram Dido mit der Musik von Danzi, das ganz im Geschmack von Ariadne und Medea sei, und sein Lustspiel Der Quartierzettel. Er bittet um eine schnelle Entscheidung mit reitender Post und darum, die nicht angenommenen Stücke an Buchhändler Wilhelm Rein in Leipzig zu schicken. Es folgt umseitig die Verteidigung der Dido gegen eine Rezension: Ein gewisser Thumb, Verfasser des unsinnigen Lustspiels Die Spukgeister, habe in einer Rezension der Dido in der Zeitung für die elegante Welt behauptet, das Melodram habe in Stuttgart nicht gefallen, ohne zu sagen, wie schlecht die Aufführung gewesen sei. R. habe Grund zur Befürchtung, dass eine ähnliche Kritik auch zu David folgen werde. Grund dafür sei seine Rüge für sein Machwerk, die höheren Orts in der Absicht ausgesprochen worden sei, ihn von der Theaterschriftstellerei, für die ihm jedes Talent fehle, abzubringen: Thumb halte ihn - R. - zurecht für deren Verfasser! Der Kenner werde die beiden Kompositionen zu schätzen wissen, auch wenn sie dem großen Haufen nicht gefallen hätten. Auch die herrliche Oper Joseph und seine Brüder oder Schillers Maria Stuart hätten in Stuttgart nicht gefallen.

Zitierhinweis

Von Georg Reinbeck. Stuttgart, 15. Februar 1812. Samstag (Regest). Bearb. v. Markus Bernauer. In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 9 vom 10.12.2019. URL: https://iffland.bbaw.de/v9/A0005291


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