Regest: Mit dem nächsten Postwagen erhalte I. das in der Beilage Verzeichnete. Das Sternenmädchen (leider nur den ersten Akt, weil der Kopist nicht fertig wurde). Das Stück koste 54 Florin. Moses von Süßmayr schicke S. samt Musik, damit I. selbst entscheiden könne. Das Stück koste ebenfalls 54 Florin. Der wohltäthige Derwisch (Manuskript), Die beiden Füchse (gedruckt), Die Haarlocke (gedruckt). Das Waldweibchen (gedruckt), bei Marinelli mit Beifall aufgeführt, schicke er ebenfalls zur Prüfung. Achilles (Manuskript). Ferner schicke S. den neuen Hoftheater-Almanach. Als eine kleine Attraktion: von mir Karl der Kühne überlasse S. zur beliebigen Disposition ohne Verbindlichkeit. S. habe dieses Stück vor Erscheinen der Johanna von Montfaucon geschrieben. S. habe es Kotzebue zum Lesen gegeben. Die Brüder als Nebenbuhler seien nicht abgeschrieben. Die Musik sei gut, das Buch aber schlecht. Die beyden Gefangenen seien beim Kopisten. S. habe gehört, dass Roose das kleine Stück Das war ich schon an I. geschickt habe. S. habe mit Treitschke gesprochen und dieser habe gesagt, das zweite Kapitel abgeschickt zu haben. In Zukunft wolle Treitschke seine Sachen durch S. versenden lassen. - Aufzählung verschiedener Stückte und deren Preise. - Die Haarlocke und den Pächter Robert habe er jüngst an der Wien mit sehr viel Beifall gesehen. Robert sei eine allerliebste Oper, die Musik sei von Lebrun, der Text von Seyfried übersetzt. Die Neuheiten im Hoftheater seien: Der Portugiesische Gasthof, aus dem Französischen von Treitschke, Musik von Cherubini. Diese Oper mache kein besonderes Glück. Die Oper sei eine Jugendarbeit von Cherubini. Morgen werde Der Onkel in Livree gegeben. Die Übersetzung sei von Treitschke, die Musik von Della Maria. S. schicke das Buch. - S. habe laut I.s Anweisung von Arnstein 100 Florin erhoben. - Ferner wurde vor einigen Tagen gegeben: Die Abentheuer auf Extrapost. Das Lustspiel mache kein Glück. Auf I.s Frage, ob Wien I. sehen wolle, antworte S. aufrichtig: Ganz Wien wünsche, I. zu sehen und zu bewundern. S. kenne keinen Wiener mit Geschmack und Bildung, der sich nicht mit Entzücken an den ersten dramatischen Künstler Deutschlands erinnere. Baron von Braun habe S. gesagt, es hänge nur von I. ab, in Wien zu spielen. - Polyxenia sei mit Pracht gegeben worden, habe aber nicht gefallen.

Zitierhinweis

Von Friedrich Karl Sannens. Wien, 30. Oktober 1803. Sonntag (Regest). In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 8 vom 29.04.2019. URL: https://iffland.bbaw.de/v8/A0004780


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