Regest:  Am 28. Februar 1802 fand im Opernhaus ein Benefizkonzert zum Wohl des Witwen- und Weiseninstitutes des Orchesters statt, vgl. HSZ 23.2.1802. Aufgeführt wurde Haydns Die Schöpfung. Offenbar war ursprünglich geplant, dieses Konzert mit dem Orchester des Nationaltheaters gemeinsam zu bestreiten.
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Das Konzert betreffend
sei Folgendes zu sagen: W. habe am Tag, nachdem die Aufführung festgelegt worden sei, eine Symphonie von Haydn und Devienne ausgeteilt, damit die Musiker sie einstudieren könnten. Herr Kunisch habe am folgenden Tag gesagt, die Musiker des Orchesters würden sich fürchten, weil die Stücke so schwer wären, und dass diejenigen, die ein Solo spielen müssten, ein allgemeiner Schrecken überfallen hätte, weil sie sich nicht getrauten, mit den wahrhaft großen Virtuosen der Königlichen Kapelle zu spielen. Kunisch habe W. deswegen einen Brief geschrieben. W. habe eine Diskussion mit den Musikern verschoben, weil W. erst die Premiere des Stücks Der Regulus habe abwarten wollen, weil dieses neue Stück I. viele Probleme bereitet habe. Später sei W. aber nicht mehr dazu gekommen, um mit I. zu sprechen. W. habe sagen wollen: 1. Das Orchester könne nur etwas Großes aufführen, wenn viele Proben gemacht würden. Proben kosten aber Geld. Dazu komme, dass der Baron von der Reck die glänzendsten Musiker von allen Ecken und Enden dazuholen könne. Das Orchester des Nationaltheaters werde im Vergleich verlieren. 2. Dass die Orchestermusiker, die ein Solo spielen müssten, im Vergleich mit den Virtuosen der Königlichen Kapelle vor dem Publikum ihren ganzen Kredit verlören. 3. Dass im  Geplant war, dass das Benefiz im alten Schauspielhaus stattfinden sollte. Das alte und neue Schauspielhaus standen kurze Zeit noch komplett neben einander. Das alte Schauspielhaus wurde erst einige Wochen nach Eröffnung des neuen Hauses abgetragen.
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alten und neuen Haus
nicht gleichzeitig würde gespielt werden können, denn W. habe oft gehört, das Anwohner aus der Charlottenstraße sagten, dass sie jedesmal die Musik von der Schöpfung sehr deutlich gehört hätten. – Um von I.s Güte und Wohlwollen gegen das Orchester Gebrauch zu machen, schlage W. vor, den zweiten Teil der Nymphe der Donau in einem Monat zum Benefiz zu geben.

Zitierhinweis

Von Bernhard Anselm Weber. Berlin, 26. Februar 1802. Freitag (Regest). In: August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv. Digitale Edition, hg. v. Klaus Gerlach. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 9 vom 10.12.2019. URL: https://iffland.bbaw.de/v9/A0003876


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