Von Friedrich Karl Sannens. Wien, 5. Dezember 1813. Sonntag

S. geht davon aus, dass die am 18.11. verschickten fünf Manuskripte: Herrmann, Zriny, Heinrich von Hohenstaufen, Die Bürger in Wien und Deutscher Sinn sowie die Gedichte Die Schlacht und Germania mitsamt der Subskriptionsliste und den Berichten bis Ende Oktober bei I. eingegangen sind. Die Regie bittet darum, dem Hoftheater bald möglichst Die drey Ringe zu übersenden. Frau Weissenthurn empfiehlt sich und lässt fragen, ob er die von Weigl komponierte Musik zu den Chören von Herrmann wünscht. Frau Pichler sendet einen Nachtrag zu Heinrich von Hohenstaufen, der zu ihrem Ärger vom Kopisten ausgelassen wurde. Ferner legt S. die Theaterzettel für beide Stücke bei. Es folgt der Bericht für November: Im Hoftheater wurde am 13.11. Cumberlands Der Westindierneu bearbeitet von Reinbeck gegeben; die Neubearbeitung, in der schlechte alte durch nicht bessere neue Redensarten vertauscht wurden, erregte Gähnen und wird wohl nur kurz zu sehen sein. Am 24.11. hatte Der Deserteur, bearbeitet von Ehlers und mit neuen Musikstücken, in dieser neuen Fassung Erfolg beim Publikum. Am selben Tag war das Trauerspiel Herrmann zu sehen; von einer Mitkünstlerin verfasst, enthält sich S. jeden Urteils; das Stück hat einzelne große Schönheiten und wurde bereits viermal bei gut gefülltem Haus, aber nicht lautem Beifall gegeben. Im Theater an der Wien wurde ebenfalls am 24.11. Das lustige Beylager gegeben. Das Stück, das im Leopoldstädtischen Theater an seinem Ort ist, behagte dem feineren Publikum an der Wien nicht so ganz. Herr Schuster aus dem Leopoldstädtischen Theater spielte die Rolle des Herrn von Haspel. Beide Theaterdirektoren, denen das Wasser bis zum Hals stünde, unternehmen nur wenig, um ihre Lage zu verbessern. S. legt sein Gedicht auf die Schlacht von Leipzig bei. Er lässt Ifflands Frau und Madame Unzelmann grüßen und bittet darum, Ziegler das Schicksal seiner Stücke wissen zu lassen.